Gestern war nach langer Zeit wieder einer dieser Tage, an denen man schon beim Aufstehen eine freudige Unruhe in sich trägt – dieses leise Kribbeln, das einen den ganzen Tag begleitet, bis es endlich so weit ist. Man weiß, da wartet etwas Besonderes! Gestern durfte ich Menschen wiedersehen, mit denen ich zu tiefst verbunden bin und ein ganz besonderer Gast rief uns zusammen.
Um zu verstehen, warum mich dieser Tag so berührt hat, muss ich ein Stück zurückgehen – ins Jahr 2015. Es war das Jahr, in dem ich mich entschied, meinen kleinen Laden nach acht Jahren zu schließen. Es war kein Ende, sondern der Beginn von etwas Neuem. Wir wussten nicht genau, warum und wohin, nur, dass es richtig war, es genau so zu machen.
In diesem besonderen Jahr entstand das Freiträumer Festival, ins Leben gerufen von Mario Goldstein. (Den Link dazu findet ihr unten, wenn ihr einen Einblick bekommen möchtet.)
Mario öffnete für uns alle eine Tür – und oft sagen wir, dass wir uns ohne das Freiträumer Festival wohl nie begegnet wären. Ich glaube aber, dass sich Seelen schon lange vorher „verabreden“. So
fühlte es sich damals an: wie ein Wiedersehen mit alten Freunden aus einem anderen Leben.
Das Festival gibt es heute leider nicht mehr, und nicht alle Verbindungen blieben bestehen. Doch meine engsten Seelenmenschen stammen aus dieser Zeit. Mit einigen lebe ich zusammen, andere treffe ich an anderen Orten, mit den meisten bin ich einfach verbunden. Wir wissen intuitiv, wann der Moment gekommen ist, uns wiederzusehen. Und dann gehen wir los.
Gestern war so ein Moment.
Ein wertvoller Seelenmensch aus jener Zeit brachte uns zusammen: Gregor Sieböck, der Weltenwanderer. 2015 hielt er auf dem Freiträumer Festival einen Vortrag über seine Reise zu Fuß von
Österreich nach Japan. Ich erinnere mich noch ganz genau – an die Bilder, die Worte, diese wundervolle Energie, die Gregor aussendete. Mein Herz wurde weit, und ich verließ den Saal mit Tränen in
den Augen. Wenn jemand das Unbeschreibliche in Worte fassen kann, dann ist es Gregor. Wir nahmen ihn damals in unsere Herzen auf – und er uns, die Freiträumer-Familie.
Unsere Wege kreuzten sich danach noch zweimal – 2016 auf der Eurobean auf der Rochsburg und 2018 im Theater Plauen. Dank sozialer Netzwerke blieb eine stille Verbindung. Und dann kam
plötzlich ein Anruf: Gregor kommt!
Liebe Curly, du konntest gestern leider nicht persönlich dabei sein, aber du warst es trotzdem!
Gregor kam nun gestern in die Schokoladenmanufaktur Choco Del Sol auf die Rochsburg und präsentierte seinen neuen Vortrag „Frei sein zu gehen“ und sein gleichnamiges Buch. Und wieder war sie da, diese besondere Energie. Dieses tiefe, wortlose Verstehen, es genügt ein Blick in die Augen dieser Menschen und man weiß wieder, wer man ist und wozu wir hier auf dieser Erde sind.
Lieber Gregor, dein Vortrag war berauschend und ein Erlebnis! Wir durften dich ein Stück weit begleiten auf deinen Reisen und ich denke mir, wie viel in ein Menschenleben hinein passt ist schon ein bisschen unfassbar. Unfassbar schön! Wir, die wir in unseren eigenen Strukturen unterwegs sind, die nicht so weit zu Fuß und schon garnicht so weit in die Welt kommen, hast du ein bisschen teilhaben lassen an dem Wundervollen, dem du auf deinen Reisen begegnet bist. Es macht das Herz weit und die Tür ganz weit auf... es ist ein Dank an dich, der nicht in Worte zu fassen ist. Dieser Abend wird mir lange in Erinnerung bleiben.
Wir können nicht immer frei sein, nicht immer gehen.
Aber wir sind frei, unsere Gedanken und Träume dorthin zu lenken, wohin unser Herz uns ruft.
